Meine erste Woche in Bali

Schon vieles erlebt, noch viel am Verarbeiten. Angefangen bei der Ankunft in Denpasar, über die ersten Wellen in Padang-Padang Beach, bis zur Verfolgungsjagd von der Polizei.

 

Angekommen in der Ankunftshalle vom Flughafen Denpasar ging es schon los. Menschenmasse von Fahrern. Überall Taxi-, Uber-, Car-, Camp- und sonst noch irgendwelche Fahrer. Da soll ich den Überblick behalten und mein Fahrer finden? Langsam laufe ich an den Fahrern vorbei und jedes Mal höre ich den gleichen Satz: «Taxi? Guud Prais for yu» «Yu niid a Taxi?»
Unter den Menschenmasse sehe ich ganz am Schluss bei der Absperrung ein kleiner Balinese mit der Aufschrift «Kamafari Surfcamp». Endlich, mein Fahrer. Aufladen und abfahren. Leider vergass ich das wir hier in Indonesien sind und alles viiiiiiel langsamer geht als in der Schweiz. Auf dem Weg zum Auto wurde ich weitere 10-mal nach einem Taxi gefragt obwohl mein Fahrer neben mir läuft oder eher hinter mir. Kleine laaaaangsame schritte und ja kein Stress. Mein Arm, vom Gewicht vom Koffer, schon am Boden schleifend. Doch der Balineser läuft in aller Ruhe weiter. Zwischendurch habe ich ihn mal verloren, weil er einen Kollegen nur kurz Hallo sagen wollte. Naja was solls… chillen wir mal eine Runde.

 

Nach einer 30-Minütiger fahrt, das nicht ganz ohne war; vier Autos auf einer zwei Spurigen Strasse, links und rechts wird gehupt, Überholmanöver die man lieber die Augen zu lässt und ein Fahrer der gerne in die andere Strassenseite fuhr, kam ich heil am Camp und bei einem 20 Stündigen Flugreise und solcher fahrt möchte ich nur noch eins: Schlafen!

 

Die Wellen hier sind anders als die ich bis jetzt in Spanien kennen gelernt habe. Steiler, Schneller und vor allem Kräftiger. Der Surfspot Baby-Padang beim Padang-Padang Beach; ein wunderschöner Ort mit schmalen Treppen. Mein erster Surftag hier war alles andere als Lustig. Keine einzige Welle gestanden. Mehr unterm Wasser als auf dem Brett. Déjà-vu! Mache ich was Falsches? Nicht das richtige Brett genommen? Warte ich am falschen Ort? Timing? Und nicht zu vergessen. Im Untergrund lauern Riffe die auf dich warten um dich aufzuschneiden. Zweimal bin ich schon auf den Riff angeschlagen. Zum Glück bin ich bis jetzt ziemlich verschont geblieben.
Gute weitere 4 Tage kämpfe ich mit den Wellen. Auch bei einem anderem Surfspot (Dreamland) klappt es nicht. Hoffe der Knopf löst sich gleich auf. Langsam frustriere ich an mir selbst…

 

Zu den Stränden und Spots Padang-Padang und Dreamland werde ich zu einem Späteren Zeitpunkt noch ausführlicher darüber Schreiben.

 

 

Hier ist ja irgendwie bekannt das die Polizei sehr gerne Schmiergelder entgegennehmen. So ist das auch mir diese Woche passiert oder zumindest fast. Bei der Suche nach einer gutem Surfshop fuhr ich auch an der Strasse Jalan Uluwatu – Pecatu entlang. Kurz vor der Polizeistation sah ich wie ein Uniformierter Mann auf die Strasse läuft und mir die Hand entgegenstreckt. Aus Reflex weiche ich einfach aus und fahre weiter. Ich möchte ja nicht einfach so etwas Zahlen. Was ich nicht gesehen habe. Hinter den Autos war ein Motorrad. Startklar. Als hätte er es geahnt das ich einfach durchfahren werde. Und tatsächlich. Er fährt mir nach und das nicht gerade langsam. Verdammt er Jagt mich! Ich gebe Gas und versuche ihn zu entwischen. Links sehe ich eine riesen Hotelresort. Ist das meine Rettung? Mir bleibt nichts anders übrig als auszuprobieren. Ohne zu schauen was auf der Strasse gerade passierte biege ich ab und fahre bei den Sicherheitsleuten vom Resort vorbei. Nach 100m einen kurzen Sicherheitsblick nach hinten. Er ist weg kein Verfolger mehr. Jetzt habe ich Zeit um mich zu erholen und zu verarbeiten was gerade passiert ist. Was habe ich gerade angestellt?! Bekomme ich später noch mehr ärger? Den für meinen Rückweg muss ich nochmals an der gleichen Stelle vorbei Fahren.
Auf dem Nachhause Weg sehe ich wieder die Polizeistation. Meine Hände bereit für die flinken Manöver. Und da ist er! Der gleiche Motorradfahrer. Fuck! Ich komme näher und werde immer nervöser. Was passiert, wenn sie mich kriegen? Bekomme ich eine harte Straffe? Nehmen sie mein ganzes Hab und Gut? Noch 50m, 30m, 10, 5, 2…

 

... doch es passiert nichts. Keine Reaktion. Kein Polizist auf der Strasse. Als hätten sie kein Bock mehr. Mit einem riesen Lachen im Gesicht fahre ich ins Camp zurück und erzähle allen mit einem kühlen Bintang meine schlimmsten und gleichzeitig abenteuerlichsten 5 Minuten vom Tag.

 

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Surf-eat-sleep   and   repeat

Die letzten Tage war ich etwas faul. Also was heisst hier faul. Eigentlich war ich viel am Surfen. Sehr viel. Denn, ich konnte es nicht akzeptieren das ich noch keine Welle gestanden habe.

 

Da die Gezeiten uns momentan nicht zulässt auszuschlafen, hiess es die letzten sieben Tage zwischen 5:30 und 7:00 Uhr aufzustehen. (Spots: Baby-Padang, Dreamland, Balagan). Bis man im Wasser ist, ist es ein ziemlich mühsamer Weg. Noch müde von den Anstrengungen der letzten Nacht. Vielleicht doch ein Bier zu viel getrunken. Die schweren Beine mögen sich kaum noch bewegen. Beim Laufen muss man sich konzentrieren, damit man die steile Treppe vom Bungalow nicht hinunterzufallen droht, dass man beim Motorrad fahren nicht wieder einschläft und ein Magen der nach Essen verlangt. Sooooooo viele Dinge. Beklagen auf hohen Niveau würde da man sagen.

 

Doch spätesten dann, wenn du den Sand berührst, das leere Line-Up vor den Augen hast und noch fast keine Menschseele im warmem Wasser sind, spätestens dann, ist alles andere vergessen. Keiner der dir die Welle stehlen möchte. Keiner der dir vor der Nase wie ein verlorenes Huhn paddelt. Keiner der dir eine dumme Fresse hat. Nur du und die Welle, und deine Kumpels vom Camp.

 Nach einer guten Surfsession wird zuerst mal gegessen. Frische Früchte mit einem Bananen-Pancake übergossen mit Honig oder Schokolade, schwarzer Tee und einem Fruit Juice. Mein Lieblingsfrüstück. Bei all den Anstrengungen ist danach Schlafen angesagt bevor es dann weiter zum Bukit Café geht.

Der Bukit Café kann ich euch nur empfehlen. Sehr gutes Essen und den besten Burger in der Bukit Halbinsel! Und nicht zu vergessen. Sehr freundliches Personal. Immer wieder lustig mit denen auf einen kleinen Smalltalk einzugehen. Ach ja hier Lade ich meine Bilder in den Blog hoch. Nicht überall gibt es schnellen Internet. 

 

Wenn die Gezeiten zulässt wird nachmittags meistens wieder gesurft. Dreamland ein guter Spot bei Ebbe und eine super Aussicht auf dem Kliff. Im Wasser kann es manchmal etwas unruhiger sein. Surfers die um jeden Preis die Welle haben möchten. Geschreie als wären sie wilde Tieren, damit man ihnen ja nicht den Weg versperrt beim Anpaddeln.

Aber es haltet sich noch in Grenzen. Und wenn man dann noch in den Sonnenuntergang hinein Surft und mit einem Kumpel über den letzten Wipe-out darüber lachen kann lasse ich gerne mal jemanden den Vortritt.

 

Heute geht es nach Medewi fernab von dem Tourismus. Anscheinend sollte in dem kleinen Fischerdorf die längste linkswelle von Indonesien sein. Lassen wir uns mal überraschen =)

Ach ja der Knopf hat sich mittlerweile gelöst =) Freude herrscht xD


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Eine Woche Medewi, einheimisch, überfreundliche Leute und meine längste Welle (bis jetzt)

 

Aufbruch nach Medewi. Doch bevor ich mit einer Kollegin den langen Weg nehme, heisst es Surfen um 8:00 Uhr. Ich kann es nicht genug wiederholen. Es gibt nichts Besseres als am Morgen früh Surfen zu gehen. Nur im Boardershort im Wasser die Morgensonne geniessen.

 

Nach 2h Surfen habe ich noch genügend Zeit um zu packen und in aller Ruhe mein Frühstück zu essen, bevor ich die Reise nach der längste linke Welle auf Indonesien antrete.

 

Pünktlich, nein, besser gesagt überpünktlich, was ich von Bali nicht gewohnt bin, kommt der Fahrer von Brown Sugar Camp am 14:00 Uhr beim Kamafari Surfcamp an. Ja ganz genau die holen uns ab und wir haben das natürlich ungern abgelehnt. Der Abschied fiel nicht allen leicht. Es waren zwei wunderbaren Wochen. Habe tolle sympathische Leute kennengelernt und hatten viel Spass miteinander.

 

Ziemlich schnell nach der Abfahrt bin ich im Auto eingenickt, müde, von der Morgensession und der Hitze die momentan herrscht.

 

Und dann... Ich sehe sie vor mir. Die linke Welle. Schön eine Welle nach der andern. Man sieht die Sets in Perfektion. Ein Traum. Meine Augen strahlen und mein Lachen ziehen über beide Ohren hinweg. Ich warte bis ein Set vorbei ist um ins Wasser zu steigen und dann in Richtung Line-Up zu paddeln. Die letzte Welle kommt auf den Strand zu und fange an zu paddeln, wie ein Verrückter, hinaus, um noch rechtzeitig beim Line-Up zu sein bevor das neue Set beginnt. 300m am Stück ist nicht ganz ohne, aber habe es geschafft. Es vergehen keine drei Minuten als die Wellen vor mir anfangen sich aufzubauen. Ich halte nach dem Peak ausschau und gehe ihr ein wenig entgegen. Wie es aussieht bin ich die einzige Person die diese Welle schnappen möchte. Bringe mich in Position, paddle ein paar Mal kräftig an und was für einen sauberen Takeoff. Doch die Welle ist schneller als ich. Ich sehe wie die Weisswalze von rechts mit einer immensen Geschwindigkeit auf mich zu rollt. Die Welle frisst mich auf. Es wird dunkel um mich herum. Der Druck von der Welle macht mit mir was sie will. Es schüttelt mich umher. Nach links, nach rechts und noch mehr in die tiefe. Bis ich schliesslich den Kopf anstosse… an einer Scheibe… Die Scheibe vom Auto. Ich erwache durch die Schlaglöcher der Strasse und habe mehrmals hintereinander den Kopf an der Scheibe angeschlagen. Der Fahrer lacht nur. Naja was soll man da machen. Ich schaue mich um und versuche mich zu erkundigen wo wir überhaupt sind. Ich sehe nur Autos. Soooo viele Autos und Motorräder in diesen schmalen Strassen. Frage den Fahrer nach der Ortschaft. Er sagte, wir wären jetzt in Canggu. Müssen noch eine von einem anderen Camp holen die auch nach Brown Sugar möchte.

 

Nach sechs Stunden Fahrt im Camp angekommen sind wir überfreundlich von den Mitarbeitern in Empfang genommen worden, haben uns vorgestellt und nahmen unsere Gepäckstücke mit ins Zimmer. Das kam mir schon was schräg vor. Solch einen Service in einem Surfcamp? Naja, warum nicht, sage nicht nein.

 

 

Keine zwei Minuten später treffen wir auch unsere Kollegen vom Kamafari Surfcamp wieder, wurden den anderen Surfern vorgestellt und habe erst meine zweite Mahlzeit vom Tag gegessen. Maaan bin ich am Verhungern. Ein geiles Chicken-Sandwiches. Empfohlen vom Kollegen, der er gerade vor kurzem auch gegessen hatte. Und verdammt ja, es ist der Wahnsinn. Mir läuft nur der Sabber aus dem Maul und geniesse es in vollen Zügen. Nach dem Essen geht es mit den andern an den Strand gemütliches Bieren mit einem kleinen Feuer.

 

Kurz vor Mitternacht wandere ich Richtung Schlafzimmer. Für mich ist es schlafen zu gehen, um fit zu sein für den nächsten Tag. Nach nicht einmal 2 Stunden werde ich aus dem Schlaf gerissen. Magenkrämpfe haben die Herrschaft über meinen Körper errungen und kurz danach machte ich den Sprint meines Lebens. Nach dem einigermassen Erlös des bösen lag ich noch wach im Bett. Immer wieder mit Magenkrämpfen zu Kämpfen. Gute halbe Stunde später sehe ich den Kollegen wie er zu Toilette rennt. Das geht die ganze Nacht so. Immer schön im Halbstundentakt wechseln wir ab. Wenn nicht nur das schon schlimm genug wäre, geht uns auch noch langsam das Toilettenpapier aus. Verdammtes Chickensandwiches!

 

Die nächsten zwei Tage heisst es zuerst mal auskurieren und zuhören wie die Surfes über ihre besten Wellen erzählen.

Der Tag der Wahrheit. Endlich kann ich mir die Welle anschauen. Und siehe da, wie in meinem Traum. Die Guides begleiten uns zum Line-Up und erklären uns wie Strömung verläuft. Die ersten Wellen gehen ziemlich in die Hose und komme frustriert aus dem Wasser. Keine Welle gestanden. Ich höre mir vom einem Guide an was ich falsch gemacht habe und versuche es die nächsten Tage die Fehler zu korrigieren. Von Tag zu Tag werde ich besser und stehe länger auf dem Brett. Ein riesen fest mit den Leuten. Jeder versucht länger auf der Welle zu bleiben wie der vorheriger. Jede Welle wird gefeiert. Auch die Locals Kids feiern mit. Kleine 10-Jährige Stinker die einfach zu gut sind. Wenn man gegen die um eine Welle kämpfen will, muss man sie schon vom Brett runterschupsen damit man gewinnt. Wir lachen und haben einen riesen Spass zusammen.

Und auf einmal. Ich fühle es in mir. Diese Welle wird meine sein. Niemand wird sie mir nehmen. Der Peak kommt genau auf mich zu. Ich drehe mich um. Die Spitze vom Brett zum Strand. Schaue über die rechte Schulter. Zuerst drei vier kleine paddelzüge. Schaue nochmals über die rechte Schulter. Da ist er. Die Spitze der Welle. Rechts von mir ein Local-Kids, links ein Australier der eh schon auf mich wütend ist. Wir paddeln um die Wette. Das wird anstrengend. Das Brett hebt sich auf. Die Welle ist jetzt genau unter uns. Ich muss noch aufstehen bevor der Kleine das macht. Der Local und ich stehend gleichzeitig auf. Nein, verdammt. Ich habe es verloren. Alle Anstrengungen umsonst? Doch siehe da, der kleine hatte meine Gedanken gelesen. «It’s your bro» kommt aus seinem, eigentlich frechen, Maul. Er überlässt mir die Welle. Ich blicke zum Australier. Oh mein Gott, wenn Blicke töten könnten, wäre ich jetzt nicht mehr hier. Mit voller Freude und schreiende Jubel sause ich sie hinunter. Was für ein Speed. Jetzt muss ich mich konzentrieren. Die Turns sind an der Reihe. Mein Herz rast. Gefühlter Puls, 250. Rauf, runter, wieder rauf an der Lippe entlang. Scheisse verliere zu schnell an Tempo. Drücke die Nase nach unten kleiner Turn Richtung Weisswasser und wieder zurück zur Mitte der Welle. Irgendwann war es soweit ich mache einen Fehler und verliere an Geschwindigkeit. Versuche alles Mögliche um es nicht zu verlieren. Die Welle geht unter mir durch. Falle in das Wasser und blicke zum Startpunkt zurück. Ist das möglich? Ich traue meine Augen nicht. Zwar sind es keine 300m aaaaber gefühlte 120m war ich jetzt unterwegs. Wie geil ist das denn. Mit einem grossen Lachen paddle ich zum Line-Up zurück und juble mit den Kollegen die das gesehen haben. Das war definitiv die Welle meiner Woche!

Ach ja noch was zu dem Australier. Der hatte mein Brett auf seinem Kopf abbekommen. Kann ja mal passieren bei dieser Sportart und erst recht wenn 30 Leute im Line-Up sind. Ich habe schon lange nicht mehr so viele Fluchwörter in einem Atemzug anhören müssen. Hut ab von dem Herrn.

Medewi ist ein kleines Fischerdorf mit sehr ruhigen und entspannten Leuten. Freuen sich über ein kurzes Hallo und sind überaus freundlich. Da praktisch keine Touristen sich dort verirren, fühlt es sich sehr einheimisch an. Hier gibt es keine Touristenpreise, sie versuchen niemand über den Tisch zu ziehen und geben sich mühe etwas zu erklären. Auch wenn sie kein Englisch verstehen oder können, haben wir uns mit Händen und Füssen irgendwie trotzdem verstanden und das gefunden was ich/wir wollte/n. Was mir hier aufgefallen ist, ist die Religion. Es hat sehr viele Moscheen und viele Frauen und Kinder mit bedeckten Köpfen, jedoch sieht man noch das komplette Gesicht und auch ein Lachen, wenn man ihnen beim vorbeifahren zu winkt. Die Einheimischen machten gerne mal Fotos mit uns. Da muss man schon mal bei einer kleineren Gruppe bei jedem Kid oder Erwachsenen hinhalten. Man fühlt sich zwischen durch wie ein kleiner Star.

Es war wieder mal eine super Woche. Auch hier wieder neue tolle Leuten kennen gelernt, sei es Kanadier, Deutsche, Schweizer, Franzosen, Österreicher,... ...oder Locals.  

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Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte

Man sagt ja, das ein Bild mehr als 1000 Worte ausspuckt. Nun hier kannst du jetzt selber eine Geschichte zu jedem Bild ausdenken. Meine Eindrücke der letzten knapp 7 Wochen.

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Immer wieder gleich und trotzdem viele unvergessliche Momente

Irgendwie habe ich dieses mal gar keine Lust so richtig etwas zu schreiben, darum werde ich mich kurz fassen.

Ich geniesse momentan das Surferleben in vollen Zügen. Keiner sagt mir was ich wann machen muss. Ich stehe auf wenn ich mich fit fühle. Ich gehe essen, wenn ich Hunger habe. Ich gehe schlafen, wenn ich müde bin. Ich esse das, was mir gerade nach ist. Ich tue das, was ich gerade darauf bock habe. Und das schönste daran… keinem Interessiert es. Man bespricht sich mit Kollegen/innen wer was macht und jeder schliesst sich bei jemandem an welch für sich am wohlsten fühlt, oder man zieht alleine los.

Das einzige wann ich auf die Uhr schaue und für mich das A und O ist, ist die Zeit der Wellen. An denen muss, möchte, will, ich mich anpassen. Ansonsten kann es schwer werden die guten Wellen zu reiten.

 

Apropos Welle. Welle = Wetter abhängig. Wetter = macht gerade was es will. Macht gerade was es will = zum Teil keine Welle, zum Teil Monster Wellen.

An den Tagen die keine Welle surfbar ist geniesse ich die Zeit mit den Leuten am Strand oder erkundigt sich noch etwas mehr und wird vertrauter mit der Umgebung, besuche andere Ortschaften oder man bekommt einfach mal besuch aus der Schweiz. Eine alt bekannte Kollegin von der Oberstufe war in Canggu und dachte sich, sie kommt mal vorbei und sagt kurz Hallo. Da es ihr hier so gefallen hat blieb es bei diesem kurzen Hallo nicht und schnell wurde 6 Tage daraus, bevor sie weiter nach Thailand ging. Freude hatte ich auf jeden Fall.

Surfen in Uluwatu

Das ist der Spot der jeder mal surfen möchte. Nichts für schwachen Nerven. Starke Strömungen die deine Kräfte zerren lassen. Der Ein-/Ausgang vom Spot muss gekonnt sein, denn die Kraft ist so unkontrollierbar. Ein falscher Tritt, eine falsche Bewegung und du prallst an den Wänden oder auf einem Felsen. Meter hohe Wände aus Wasser die dich nur in den Untergrund drücken möchten. Eine Meisterleistung muss her um diesen Ort unversehrt zu überstehen.  Und ich habe mich gewagt dies zu tun. An jenen Tag habe ich mich mit 2 Girls entschieden dort zu surfen.

Gegen 11 Uhr komme ich mit den andern auf dem Parkplatz von Singelfin (sehr cooler Location) an. Laufen den Weg hinunter zu einem Warung wo wir unsere Sachen liegen lassen können, checken die Lage und Wellen ab, besprechen den paddelweg zum Line-Up und marschieren danach weiter abwärts. Bei der Höhle angekommen höre ich wie die Wellen an den Felsen donnern. Ich wärme mich auf, konzentriere auf das bevorstehende und versuche das schlimmste zu ignorieren. Ja nicht von der Strömung mitgerissen zu werden. Den dann heisst paddeln ohne Ende.

 

Okee okee okee zugegeben, es hört sich alles schlimmer an als es ist. Ich liebe das Risiko, jedoch bin ich nicht Lebensmüde. Noch nicht. Der heutige Tag waren kleine Wellen vor angesagt. So konnte ich mich langsam an diesem Spot angewöhnen. Nicht so starke Strömungen und gute schulterhohe Wellen, nicht grösser.  Auch beim Peack waren wir gerade mal eine Handvoll Surfer. Gute Bedienungen für den ersten Surftag in Uluwatu also. Klar war das ich mich neu angewöhnen muss. Anderer Spot, andere Wellen.

 

Gute 3 Stunden waren wir im Wasser, als sich der Low-Tide rasant bemerkbar macht. Nach einem Whipeout stand ich nur noch Hüfthoch im Wasser und das über einem Messerscharfen Riff. Schnell entschlossen wir uns zurück ans Land zu gehen bevor wir noch über den ganzen Riff laufen müssen, doch dies war jedoch schon zu spät. Ich hatte Booties an und konnte unversehrt die letzte 20m darüber laufen. Die welche keine anhatten, nunja, viele kleine schnitte in den Füssen war das Resultat.

 

Zurück beim Warung konnten wir es nicht fassen das wir es gemacht haben. Einfach mal Uluwatu zu surfen. Mit einem kühlen Getränk, und mit den Gedanken noch im Wasser, stossen wir auf einem erfolgreichen Moment an.

Hmm warte habe ich nicht gesagt ich habe nicht wirklich Lust zu schreiben? Ach egal. Meine Finger schlagen schneller auf die Tastatur als ich denken kann. Die Wörter sprudeln nur noch aus mir raus.

 

Es vergehen Tagen bis die Wellen mich wieder zulässt dort zu surfen. Viel zu gefährlich für ein Küken wie mich. Jetzt heisst es abwarten und bei anderen Surfspot die skills verbessern.

 

Habe Jean wieder mal in Balangan getroffen, kennengelernt haben wir uns in Medewi im Brown Sugar Camp, immer wieder lustig jemanden im Wasser wiederzusehen. Nach ein paar Gespräch Minuten und weitere Wellen später haben wir uns entschlossen den nächsten Tagen Uluwatu zu widmen.

KW43 - Uluwatu mit unvergesslichen Momenten

 

Montag 24. Oktober: Treffpunkt 6:00 Singelfin PP.

Mit 10-minütiger Verspätung kam ich dort, für meine spanische balinesische Zeit, ziemlich pünktlich an. Doch kein Jean weit und breit. Ich begebe mich zum Aussichtspunkt und checke schon mal die Lage ab und suche mir einen Weg zum Line-Up. Von der wilden Party letzte Nacht liegen noch überall Scherben am Boden. Was hier wohl abgegangen ist? Beim Aussichtspunkt hat ein anderer Surfer den gemütlichsten Affen getroffen. in aller Ruhe sitzt er auf seinem Kopf und beobachtet die Gegend. Leider hatte ich keine Kamera dabei um dies festzuhalten.

 

Gute 15 Minuten sind schon vergangen und Jean ist immer noch nicht aufgetaucht. Ob er schon im Wasser ist und wir uns verpasst haben? Ich gehe zum meinem Motorrad zurück und mache mich Startklar für das Surfen. Ziehe die Flip-Flops aus und… Verdammte scheisse nochmal das gibt es ja nicht. Ich fluche wie ein Weltmeister in allen Sprachen die mir durch den Kopf stossen. Ich bin auf eine Glasscherbe draufgestanden. Viele kleine Scherben die jetzt in meinen Füssen stechen. Höllische Schmerzen jagen mir durch den Fuss… Nach ein paar Wusa’s habe ich mich wieder beruhigt und versuche so viel wie möglich aus meinen Fuss zu entfernen. Bevor mein Fuss den Boden nochmals berührt, ziehe ich schnell die Riff Booties an. Das ist der Unvergesslicher Moment Numero Uno.

 

Im Line-Up angekommen sehe ich Jean wie er schon die Wellen am Reiten ist. Also doch, wir haben uns zeitlich knapp verpasst. Wegen Mückenplage ist er vom Parkplatz geflüchtet.

Trotz nicht ganz einfache Bedienungen und paar wütende Gesichter im Wasser, geniessen wir den Sonnenaufgang und freuen uns über jede gestandene Welle.

 

Dienstag 25. Oktober. Gleiche Zeit, anderer Tag, Treffort im Wasser.

Als aller erstes was ich mache und bevor ich vom Motorrad runter steige. Halte ich ausschau nach den Glasscherben. Nach genauerem untersuchen und 150%-tiger Sicherheit das keine Scherbe in meiner Nähe sind, steige ich vom Motorrad ab und ziehe die Booties an, bevor ich irgendeinen weiteren Schritt mache. Im Wasser angekommen merke ich schnell das die Wellen heute etwas stärker sind. Auch die Strömung. Jedoch noch gut machbar.

Gleich im Line-Up angekommen rollt ein Peak auf mich zu. Halte ausschau auf die anderen Surfer, paddle die Welle an und gleichzeitig mit dem Takeoff gebe einen Laut von mir, «UEP», um die anderen Surfen klar zu machen das die Welle mir gehört. Nach gut 30m schliesst die Welle vor mir und mit einem gekonnten Sprung aus der Welle lande ich unsanft auf das Wasser. Nun ja, es kann ja nicht alles auf einmal klappen. Ein paar Wellen später halte ich ausschau nach meinem Kollegen. Kein Jean weit und breit, dafür sehe ich der Santiago. Ein lustiger Costa-Ricaner und immer für ein Schwätzchen zu haben. Er empfiehlt mir die langen linken zu nehmen. Da hat es weniger Leute und man muss nicht immer den Peak hinterher paddeln. Gesagt, getan. Nach 3 Minuten paddeln komme ich an der Stelle an wo ich erst mal alles beobachten kann.
20m vor mir fangen sie an zu brechen. Schaue die andern zu wie sie das meistern und wage mich kurz entschlossen genauso dies zu tun. Bringe mich in Position, fange an zu paddeln und… meine Güte. Was für eine Power diese Wellen haben. Wie ein Anfänger mit einem Softboard habe ich die Nase meines Brettes ins Wasser gestochen und hatte nicht mal die Chance aufzustehen. Nach noch mehreren missglückten Versuchen sah mich ein Oldie an und gab mir Ratschläge für die nächsten Versuche. Ich glaube ich habe ihm richtig Leid getan.

Auf einmal schreit einer wie ein verrückter durch die Gegend: «Big Set, big Set!!» Alle paddeln um ihr Leben auf den offenen Ozean hinaus. Ich schaue nach links, schaue nach rechts. Alle haben jetzt gerade nur ein Ziel, so weit wie möglich nach aussen zu gehen. Rechtzeitig bevor die Wellen brechen. Sich in Sicherheit zu bringen, bevor die grosse Wand uns alle verschlingt.

Die erste Welle rollt auf uns zu. Gefühlte 3 Meter hoch, wenn nicht noch höher. Die einen gehen oben durch, die anderen mit einem gekonnten Duckdive unter der Welle. Aufhören an paddeln ist jetzt nicht zu denken, denn die nächste Wand steht schon vor uns. Ich merke das ich zu langsam bin um über der Welle zu gehen und versuche mitten in die Welle zu durch zu stechen. Mit viel Glück habe ich es geschafft, doch die Kraft des Wassers hat mich gute 10-15m zurückgezogen. In meinem Kopf läuft nur eins. Paddeln, paddeln, paddeln um nicht noch weiter zurückgezogen zu werden und in der Hoffnung über die nächste Welle zu schaffen. Ich höre schon das dumpfe Geräusch von der brechenden Welle. Blicke auf und sehe wie das Weisswasser auf mich zu rast. Mir bleibt nichts anders übrig als unter zu tauchen. Schmeisse das Brett hinter mir, nehme einen grossen Atemzug und versuche so tief wie möglich zu tauchen.

 

Unter Wasser höre ich diesen schrecklichen Lärm der Welle. Sie fasst mich und ich werde wie eine Pupe im Wasser umher gespült. Ich mache mich so klein wie möglich und versuche ruhig zu bleiben, bis das spuck ein Ende hat. Es vergehen 10, 15 Sekunden als ich mich mal nach der Leash am Bein fasse um mich an die Oberfläche zu ziehen. Als ich das Gefühl hatte frische Luft zu schnuppern, donnert schon die nächste Welle über mich hinweg. Und wieder werde ich umhergeschleudert.

Die Luft in meiner Lunge wird langsam knapp. Ich ziehe an meinem Brett und fühle mich auf einmal total verunsichert. Hä, wie liege ich jetzt gerade im Wasser? Um mich ist alles dunkel, keine Orientierung. Ich tauche zum Surfbrett, doch irgendetwas stimmt da nicht. Es hat so viel Weisswasser, zu viel Luft im Wasser um vorwärts zu kommen. Ich komme nicht voran. Mein Körper dringt nach Luft. Ich versuche ruhig zu bleiben, doch es geht nicht mehr. Ich bin schon gute 30 Sekunden im Wasser und je mehr ich mich bewege, desto mehr Sauerstoff verbrenne ich. Ich muss aus diesem verdammt scheiss raus.

 

Beim Brett angekommen schnalle ich erst, dass mein Brett von der Wassermasse auch hinunter gedrückt worden ist. Na toll, das Brett sollte eigentlich meine Rettung sein und jetzt muss ich das Brett retten? Ich reisse mich zusammen. die Orientierungslosigkeit ist in der Zwischenzeit wieder weg, ich sehe Licht am anderen Ende. Mit 5, 6 kräftigen Zügen rangt meint Kopf aus dem Wasser. Ich war noch nie so froh Sauerstoff um mich zu haben. Mit tiefen Atemzügen versuche ich mich zu beruhigen und stütze mich an meinem Brett. Schaue umher wie die Situation gerade ist. Mein Glück, dass das Set vorbei ist. Ein paar Surfer eilen zu mir her und schauen nach den rechten. «Bro are you okey? You are long away» «Yes Yes, i just only  wanted fishing my breakfast» erschöpft paddle ich zum Line-Up um mich dort zu erholen und realisiere, dass hätte böse enden können. Unvergessliche Numero Dos.

 

Es vergehen gute 15 Minuten, da sage ich zu mir: «Solange ich noch am Leben bin und genug Kraft habe gehe ich jetzt besser aus dem Wasser». Ich nehme eine Welle und steuere direkt zum Strand. Da es bald Low-Tide ist muss ich nicht die Höhle anpeilen und verbrauche so nicht noch unnötige Energie.
Endlich wieder festen Boden unter den Füssen und überglücklich laufen zu können, ziehe ich meine Booties aus, laufe den Strand entlang und wie es sein muss, pralle ich mit einer grossen Wucht auf einen Stein der unter dem Sand versteckt ist. Fazit: Aufgeplatzter Zeh und zurückgedrückter Nagel. Meine Güte, wenn es für fluchen nur einen Wettkampf geben würde. Da würde ich sicher unter den Top 5 sein. Unvergesslich Number Tresch. Zeit nach Hause zu gehen.

 

Ach ja… was Jean betrifft. Er hatte letzte Nacht was Scharfes gegessen und nun sprüht er Magma. Seine Worte!

Nach dem Aufgeschlagenen Zeh wurde ich leider gezwungen ein paar Tage zu Pausieren. Eigentlich trifft es sich ganz gut, den an einem Tag habe ich mit paar Kollegen/innen Ubud besichtigt. Und mit einem Local aus der Region haben wir noch zusätzlich viele wunderschöne Sachen gesehen.

 

Samstag 29.Oktober 2 Stunde vor Sonnenuntergang und weitere unvergessliche Momente.

 

Grosse hohlbrechende Wellen waren die Voraussetzungen von diesem Abend. Also entschloss Sandro und ich die Wellen in Uluwatu aus sicherer Entfernung zu begutachten und den Sonnenuntergang zu geniessen. Als wir in unserem Lieblingswarung angekommen sind, fiel mir auf, dass die Wellen doch kleiner sind als im Forecast angegeben waren. Nach langem hin und her grübeln springe ich auf das Motorrad und fahre zurück nach Hause um mein Brett zu holen.

 

In Uluwatu wieder angekommen, merke ich, dass die Kraft wieder etwas zugenommen hat. Nichts desto trotz werde ich es trotzdem versuchen.

Nach guter 10-minütiger paddelweg im Line-Up angekommen merke ich das die Wellen doch etwas Steiler sind als von aussen aus gesehen. Steil aber nicht hohl, was beim Takeoff um einiges vereinfacht. Die ersten Wellen gehen unter mir durch. Ich muss früher anfangen zu paddeln und mit mehr Power. Als ich endlich eine Welle stehe versuche ich mich so gut wie möglich auf dem Brett zu stehen. Sie haben viel Kraft und kann schnell mal dein Brett ausser Kontrolle bringen.
Die Welle schliesst sich paar Meter vor mir und über die Welle schaffe ich es wohl nicht mehr. So habe ich mich entschlossen durch die Welle zu stechen um bei der Rückwand aufzutauchen, damit ich nicht den ganzen langen weg zurückpaddeln muss. Einfacher gesagt als getan. Als ich mit meinem vollen Speed in die Welle hinein Steche, bekomme ich das Gefühl in eine Wand zu rasen. Mein Kopf im Wasser, die Füsse in der Luft, mein Brett 2 Meter weiter links und mit einer Wucht in einem schönen grossen Bogen schnurstracks in die Tiefe gerissen. Unten am Riff angekommen spüre ich Schläge am Kopf, Knie und Fuss. 10 Sekunden vergehen und ich komme aus der misslichen Lage wieder raus. Denke mir nichts Grosses und begebe mich zum Line-Up zurück. Mit der Zeit spüre ich wie der schmerz immer grösser wird. Ich fasse mich am Kopf und taste nach offenen Stellen ab. Ich glaube das gibt eine verdammt grosse Beule. Am Fuss sehe ich nichts. Riff Bootie sei Dank. Schaue mein Knie an. Schreck!! Was ist das?! Ich sehe nur einen Blutüberströmten Fleck. Ich versuche es mit dem Salzwasser abzuwischen, aber es möchte nicht aufhören zu Bluten und der schmerz lässt auch nicht nach.
Der Santiago meinte, habe ihn übrigens wieder im Wasser getroffen, jetzt hast du ein gratis Tattoo von Uluwatu und grinst. Na schön danke dir auch, nötig habe ich das nicht.

 

Es vergehen Minuten und keine Welle kann ich so richtig anpacken. Hie und da mal wieder eine kleinere. Und auf einmal wurde es still um mich. Blicke zum Himmel hoch. Ich habe schon viele Sonnenuntergänge gesehen und bin auch schon viele Male in den Sonnenuntergang gesurft. Aber das hier. WOW! Der Ozean war spiegelglatt, knall roter Himmel und ich mittendrin. Diese halbe Minute sind alle Augen in den Horizont gerichtet. Keiner ist am Surfen. Ich habe Uluwatu noch nie so ruhig erlebt.

Als die Sonne den Horizont verlies wird es sehr schnell dunkel und auch die Surfer verschwinden mit der Zeit. Doch die Wellen werden grösser. Ich bekam einen ziemlichen Respekt von den Wellen und überlegte mir, wie ich da am heilsten rauskomme. Entweder, ich versuche eine Welle zu nehmen und gehe dann mit dem Weisswasser mit, was das Risiko darstellt das ich eine ungemütliche Waschmaschine komme, oder ich paddle nach einer Welle so weit nach vorne, dass sie hinter mir bricht und mit der Kraft vom Weisswasser mich in die Höhle katapultiert. Problem, wenn ich nicht genug weit vor der Welle bin, bricht sie genau über mir und das könnte sehr schmerzhaft enden.

 

Ich entscheide mich für das Zweite und schmiede mir einen halb durchtaten Plan. So weit wie möglich nach rechts gehen, auf die Set Pause warten, wie ein verlorenes Huhn Richtung Strand paddeln und mit dem Weisswasser in die Höhle hinein. Klingt doch ziemlich gut.

 

Bis zum dritten Punkt lief alles reibungslos. Doch als das Weisswasser hinter mir bricht, habe ich nicht mit dieser Wassermasse gerechnet. Ich klammere mich so gut wie ich nur kann um das Brett, doch es schiesst wie ein Pfeil unter mir durch und gerate in die Strömung. Genau das wollte ich nicht. Nächste Weisswasserwalze und wieder das gleiche. Ich kann das Brett nicht halten. Zu Stark. Meine letzte Chance, sonst darf ich die ganze runde nochmal von vorne beginnen. Weisswasser kommt, ich paddle mit, halte mich mit den Händen am Brett fest als gebe es kein Morgen mehr und 15m vor der Höhle hört es auf. Das gibt es ja nicht. Das ganze Wasser was in der Höhle angesammelt hat von den letzten Wellen, kommt genau in diesen Moment alles raus. Ich paddle und paddle und komme kein Stück näher an der Höhle, sondern fange an abzuweichen. Die die schon mal versucht haben einen Fluss aufwärts zu schwimmen, wissen was ich gerade durchmache. Wenn ich jetzt nachlasse bin ich weg vom Fenster und darf mich auf eine nicht ganz einfachen 20-minütgen Weg freuen. Meine Muskeln lassen langsam nach, die Puste ist draus. Ich beisse auf die Zähne und konzentriere mich. Ein Paddelzug nach dem andern. Linker Arm, rechter Arm, linker Arm, rechter Arm und warte auf den günstigsten Moment. Ich bete, dass es ein gutes Ende für mich hat. Den Links von mir ist der Fels verdammt nahe und ich habe keine Freude und Lust ihn auch noch kennen lernen zu müssen. 

Die Strömung lässt nach. Ich packe meine letzten Kräfte zusammen und paddle wie ein Weltmeister um die Goldmedaille. Phu geschafft. Ich nehme mein Brett unter die Arme und sprinte in die Höhle hinein. Denn hinter mir tobte das Wasser wild umher und spülte die Höhle wieder komplett durch.

Oben angekommen wartet Sandro schon auf mich und amüsierte sich über meine Manöver. Mit einem Blutenden Knie und erschöpften Muskeln fahre ich zurück in das Homestay und entspanne mich im Pool. Es war ein sehr lehrreicher Abend das ich nicht mehr so schnell vergessen werde.

 

Hiermit verabschiede ich mich vorerst von Indonesien und blicke auf eine 2-Monatige Abenteuer lustige Zeit zurück. In ein paar Stunden geht es für mich weiter nach Sri Lanka. Andere Länder, andere Sitten. Was da auf mich alles zu kommen wird?

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Wieder zurück in Bali

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