Wieder zurück in Bali

Mit gutem Zuversicht kehre ich Sri Lanka den Rücken und gehe wieder zurück nach Bali. Zurück zu meinem beliebten Örtchen Pecatu. Und somit kommt auch die Frage wo schlafen? Für die ersten paar Tage komme ich im Kamafari Surfcamp unter und nachher, mal schauen. Angekommen am Flughafen Denpasar werde ich von meinem Bali-Driver in den Armen genommen. Gleich im Auto nicke ich sofort ein. Die letzten 24h habe ich gerade mal 3 Stunden geschlafen. Wiedersehen bei der «Nachbarin» Hanna. Vieles gibt es zu erzählen, viel möchte sie wissen warum ich schon wieder zurück bin. Ich erzähl ihr alles und lasse mich informieren was ich in den letzten 2 Wochen alles verpasst habe. Nach dem kurzen Gespräch packe ich mein Surfboard aus und mache mich auf den Weg auf die Suche nach den Wellen. Ich habe irgendwie einen kleinen Entzug. Möchte keine Zeit verlieren. Die verlorene Zeit nachholen. So viele Wellen wie möglich surfen. Die nächsten Tage habe ich nur eines vor Surfen, Surfen und nochmal Surfen. Bis meine Arme nur noch aus Pudding bestehen und ich nicht mehr aus eigener Kraft aus dem Wasser laufen kann. Neben dem Surfen wird auch wieder viel gefeiert. Jeder Abend ist was los. Montag ist gemütlich bei einem Restaurant Akustik Konzert, Dienstag Reggae-Night mit den Ulu roots, Mittwoch in Singlefin Live Rock auf einer Ebene und draussen balinesische Electro-Sound, Donnerstrag Cashwetree von Oneman Band über Hardrock vieles möglich, Freitag Thomas-Beach eher mal was ruhiges aber Reggae, Samstag Padang-Padang Beach wieder Reggae (wer hätte das gedacht) und Local DJ, meistens der Bruder vom Surflehrer Kamafari Camp und Sonntag, ja da ist die "grosse" Party im Singlefin. Hier treffen sich alle die einfach gerne Party machen wollen. Sei im gammelten Surfer Look bis zur aufgetakelte Bitch. Niemand interessiert es wie da aussiehst oder angezogen bist. Alle reden bunt durcheinander und haben Spass miteinander.

 

Die Tage beim Kamafari Camp sind rum und die Suche nach einem Homestay habe ich mir einfacher vorgestellt. Pool? Grösse des Zimmers? Dusche? AC oder Ventilator? So viele Faktoren und ich kann mich nicht entscheiden. Nach einem Pro und Contra Liste von Hanna und das Haarausreisen meines Kumpels Manu habe ich mich für Bingin Inn entschieden. Wenn ich doch nur schon im Vorhinein gewusst hätte, was mir da alles passiert wäre…

Die nächsten Tage war ich hauptsächlich viel in Uluwatu. Die Wellen werden kleiner, der Wind wechselt oft und schnell die Richtung. Mir kommt es oft vor als wäre ich in dem Atlantik. Nicht nur das, hat die Regenzeit begonnen. Es möchte nicht mehr aufhören zu Regnen. Die Treppen werden zu Wasserfälle, Bäche werden zu Flüsse und reisen alles mit was im Wege steht. Der ganze Dreck und Schlamm wird direkt ins offene Meer hinaus gespült. Balangan mein Lieblingspot ist jetzt nicht mehr Surfbar. Statt blaues durchsichtiges Wasser, welch man den schönen Riff sieht, die Schildkröte unter das Brett hindurch taucht oder mal eine Seekuh dir kurz Hallo sagt, ist jetzt eine braune schlammige Sauce aus Ästen und Abfälle. Adios Balangan war eine tolle Zeit.

 

Ich sitze mit einem Kollegen im Bukit Cafe und erzählt mir das ihm viel Geld gestohlen wurde. Wir schlürfen an unseren Juice, trinken Kaffee und essen einen Cake. Diskutieren was wir oder besser gesagt, was er tun solle. Er müsse zur Polizei gehen, für einen Rapport, für seine Versicherung, und ich solle doch mit ihm mitkommen. Na klar der spinnt wohl. Ich bin bei diesem Posten schon zwei Mal von der Kontrolle geflohen (Fahren ohne Führerschein) und nun soll ich in den Armen der Polizei hineinlaufen? Wir suchen nach Lösungen und habe ihm noch hinzugefügt, dass sicher ein bisschen Bestechungsgeld braucht. Er kann es kaum fassen, dass er noch was Zahlen müsse obwohl ihm was gestohlen wurde. Welcome to Bali. Wir erzählen die Geschichte einem Mitarbeiter Namens Robin und bitten um Rat. Nach ein, zwei Mal vorbeilaufen kommt er wieder zu unserem Tisch und sagt: «Come with me, we going to the Police». Nach gefühlten 40 Minuten kommen sie strahlend zurück. Alles erledigt. Mit paar kleinen Diskussionen und etwas Geld bekam er sein Rapport den er braucht. Einen der Gründe warum ich Pecatu so liebe! Die Locals sind verdammt hilfsbereit.

Laut Forecast wird es nicht mehr viel Wellen geben. Somit entschied Manu, Hanna und ich nach Nusa Lembogan zu gehen. Das Ziel? Schnorcheln. Viele kleine bunte Fische sehen, Mantas beobachten und einfach mal wieder an eine andere Umgebung zu sein. Wir werden von einem Fahrer abgeholt der uns nach Sanur bringt. Ein kleiner Hafen. Von dort mit der Expressfähre, die Fahrt dauert etwa 30 Minuten, nach Nusa Lembongan. Von diesem Hafen noch ein paar Minuten bis zum Homestay. Damit wir nicht in Konflikten kommen wer was entscheiden soll und wo hin wir gehen sollen, haben wir bestummen, dass jeder für einen Tag der Guide ist. Er fährt voraus und die andern hinterher. Wir essen dort wo der Guide es sagt. Wir halten dort an, wo er oder sie gerade Lust hat, auch wenn es überhaupt keinen Sinn macht. Nusa Lembongan ist eine kleine Insel die zu Bali gehört. In gerade nicht einmal 2 Stunden kann man sie einfach mit dem Motorrad umrunden. Viele kleine Warungs und Kaffees laden dich zum Verweilen ein. Grünes bis das Auge reicht. Särge die mit Sonnen-/Regenschirme beschmückt sind. Auch Nusa Celingan haben wir besucht. Normalerweise sind die beiden Inseln mit einer Brücke verbunden. Da sie jedoch vor ein paar Monate zusammengeberochen ist, stehen dort Boote zur Verfügung. Für 10'000 IDR, also gerade mal 75 Rappen, werden wir rüber transportiert. Gleich am andere Ende angekommen, müssen wir nicht lange warten um weitere Motorräder mieten zu können. Wir haben nicht einmal den Sand berührt, schon schreit uns einer von weitem an. «Heeeelloouu, Motorbike?» Wir nicken und verhandeln nach dem Preis. 30'000 IDR für die paar Stunden. Klar verhältnismässig sehr teuer, wenn man vergleicht das ich in Bali 50'000 IDR für einen ganzen Tag bezahlt habe. Aber, möchte ich mich jetzt wegen diesen etwas mehr als einen Franken streiten? Manu und ich bekommen den lautesten der Insel über. Miteinander reden, unmöglich. Wie kleine Kinder geben wir ständig Gas. Hanna? Die schüttelt nur noch den Kopf. Vorbei an diversen kleinen Dörfern, mittendurch durch den Dschungel, über den Hügel zu einem Restaurant mit atemberaubenden Aussicht bis zu den kleinen versteckten Stränden ist Nusa Celingan ein verlassenes schönes Fleckchen. Zum Sonnenuntergang wollen wir noch rechtzeitig beim Sunset Point sein. Trotz den Schildern gefolgt, haben wir es hinbekommen uns zu verfahren. Statt am Sunset Point stehen wir an einer Bucht, halbe Baustelle oder auch nicht. Zumal hier ein Pool hat, doch rundherum nix. Gerade mal eine Handvoll Leute beobachten von hier den Sonnenuntergang. Viel ruhiger als beim anderen Ort. Und was ist jetzt mit dem Schnorcheln? Letzter Tag = Regentag. Wir werden von Blitzen und Donnern vom Schlaf geweckt und trauen unseren Augen nicht. So wie es aussieht, werden wir unsere Sachen packen und auf dem Weg zurück nach Uluwatu zu machen, ohne die bunten Fische zu Gesicht zu bekommen.

Canggu, ein Dorf voller Hippster und nur einen Katzensprung von Uluwatu entfernt. Gefüllt mit Shops, Restaurants und Kaffees. Ich mache mich auf dem Weg, um die letzten 10 Tage in Bali in einem anderen Ort Surfen zu können. Ich komme in einer Villa unter mit 2 Mädels aus Schaffhausen. Die Villa kann sich schon sehen lassen. Gemütlich, zwei moderne grosse Schlafzimmer, einen kleinen Pool, die Küche und das «Aufenthaltsraum» ist offen und nicht zu vergessen, das eine urchige Zimmer und das mitten in Bali. Erkläre mal eine Deutsche was Urchig bedeutet. Ich lasse mich von Isa informieren wo welcher Spot ist. Und Fahre alle an einem Tag mal durch. Batu-Bolong, Old Men’s und Eco Beach. Diese sind alle sehr nahe und für jeden Könner Stufe was da. Batu-Bolong ist der Crowded Spot den ich je mals gesehen habe. Gefühlte 200 Leute an einem Spot. Hauptsächlich von Longboarder belegt. Manchmal kommt mir vor als würde ich in einem Pac Man spiel mittendrin sein.

Barrel-Day in Eco Beach. Die Wellen sind zwar klein, aber sie kommen sehr schnell rein. So, dass sich die Lippe der Welle nach vorne schiesst und sich ein Tunnel aus Wasser bildet. Ein guter Tag um zu üben. Viele Male hat es mich umgeworfen. Unzählige Waschmaschinen musste ich miterleben. Doch dann kommt diese eine Welle. Ich fühle es das jetzt diese Welle sein wird. Ich paddle die Welle an, steht auf das Brett und surfe die Welle entlang. Nach zwei, drei Turns gehe ich in die Knie um mehr Speed zu bekommen. Ich blicke nach oben und schaue zu wie die Lippe über meinen Kopf geht. Schaue nach vorn und kann es nicht fassen. Vor mir donnert das Wasser. Ich bin tatsächlich in einer Tube. Schreie vor Freude so laut ich nur kann. Es fühlt sich lange an. Als würde die Zeit stehen geblieben sein. Mein Herz Schlägt nur noch sehr langsam. Nach ein paar Sekunden ist es vorbei. Die Röhre schliesst sich und ich mittendrin. Mich um schleudert es mehrmals. Nach dem Auftauchen die Freude riesen gross. Ich kann es immer noch nicht fassen das mir das gelungen ist. Mein erster Barrel. Weitere Versuche misslingen und somit bleibt es für heute das eine Mal.

 

Das Leben hier verläuft eigentlich nicht viel anders als bei Pecatu. Surfen, Essen, Schlafen, und zwischen durch ein bisschen Party, wobei das surfen immer weniger wird. Die Zeit vergeht wie im Flug. So das ich Bali hinter mir lassen werde und in 2 Tagen über Brisbane nach Fiji gehen werde. Wenig Schlaf und Jetlag ist vorausgeplant. Ich verabschiede mich wieder mal bei Manu und Hanna, dass ich schon gar nicht mehr ernst nehmen kann, da wir uns schon 6 mal auf Wiedersehen gesagt haben, und bei den Schaffhauser Mädels. Es war eine Tolle Zeit in Bali das ich auf jedenfall wiederholen werde.

 

Boarding, Ruben grübelt nach. Ach Schlafzimmer sollte ich mal buchen für die ein Nacht in Brisbane. Ruben läuft in den Flieger hinein, Zimmer über Airbnb gebucht, check.

 

See ya Bali

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Mami (Dienstag, 10 Januar 2017 21:48)

    Otra vez muy bonito, besos