Surfen in Ahangama

 

La Point, Garden Villa.

 

Ich betrete das Loft. Stijan, ein schwedischer oder finnischer oder doch norwegischer? Ach ich weiss es nicht mehr. Hauptsache ein Staff-Mitarbeiter. Nimmt mich in Empfang, zeigt mir das Zimmer und erklärt mir wie es hier so abläuft. Ich stelle mich den anderen vor, viele skandinavische Leute hat es hier. Lerne den portugiesischen Surflehrer Fabio mit einem grossen Lachen im Gesicht, doch der Schein trügt. Er entschuldigt sich jetzt schon mal für seine militärischen Lernmethoden. Na dann bin ich mal gespannt was mich morgen erwartet.

Erste Surflektion 05:30. Ich habe wiedermal einen Surfkurs gebucht, zu sehen wie meine Fortschritte sind. Die bieten einen Level 3 an. Turns verbessern, Foto- und Videoanalyse und wir sind in kleinen Gruppen eingeteilt von gerade mal 5 Surfern. Was der Surflehrer vielmehr Zeit für eine Person nehmen kann. Mit den Tuktuk’s geht’s es zum Spot Fish Point. Dort angekommen überlegen wir uns ob es sich lohnt diesen weiten Weg zu paddeln. Gute 10min bis zum Line-up und nicht gerade das Gelbe vom Ei, aber, es hat Wellen. Ohne Puste mehr endlich das Ziel erreicht, hat sich die Situation verschlechtert. Die Wellen kommen aus allen Richtung. Ich fühle mich wie in der Atlantik. Der Couch unterbricht das Ganze und schlägt uns vor zu einem anderen Spot zu gehen. Weligama, Beachbreack. Aber auch dort war es miserabel. Jede Welle ein clouse out. Nach 2h misslungenen versuche eine richtige Welle zu surfen gehen wir alle entäuscht zurück ins Camp.
Im Camp erwartet uns schon ein geiles Frühstück-Buffet. Spiegeleier, Pancake’s, viele frische Früchte, Brot, Joghurt, Säfte, Kaffee, Tee… das muntert uns ein bisschen auf.
Ich erfahre das gleich nach dem Frühstück wieder weiter geht. Auf Hoffnung, dass sich der Wind nicht gedreht hat und noch ein paar gute Wellen sehen können. Leider hat sich die Situation nicht geändert und gehen mit langen Gesichtern zurück.

 

Die erste Woche in Ahangama war nicht so wirklich weltbewegendes. Viel zu wenig im Wasser und viel Regen. Da es so viel geregnet hat, war auch der Dreck so ziemlich überall. Ich habe versucht vieles von der Umgebung zu sehen. Doch das gestaltet sich nicht so einfach wie gedacht. In der Nähe gibt es nicht viel, wo man sich mal verweilen kann. Gemütlich am Abend ein, zwei Biere trinken. Man sitzt sozusagen im Camp fest. Auch bin ich abhängig von den Tuktuk Fahrer, die gerne mal ihre Preise in die höhe schlagen. Ich fühle mich nicht frei. Vielleicht etwas erblindet von Bali? Kann sein. Gut möglich.

 

Ich checke im Forecast die Lage der Wellen ab. Es sollte besser werden. Auch das Wetter. Den die Lage wo ich schlafe ist nicht mal so schlecht. Viele kleine Spots in der nähe,wo ich nicht mehr wie 5 Leute die Wellen teile, und zwei in nicht mal fünf Minuten Fussweg entfernt. Also gebe ich Sri Lanka nochmal eine Chance und verlängere im Camp um eine Woche. Auf Hoffnung wieder richtig lange surfen zu können. Ich erkundige mich nach einem Motorrad um mehr flexibel zu sein und dass tun und machen lassen was ich gerade möchte.

 

Mein Plan für die zweite Woche? Morgens von halb6 bis 11 Uhr, wegen Windwechsel kann man später nicht mehr surfen, so viele wellen wie möglich nehmen und Nachmittags andere Ortschaften besichtigen. Städte, Dörfer und Tempel besuchen. Auch halte ich ausschau nach andere Surfspots. Ich besuche Galle Fort, Hikaduwa, Unawatuna, einen Tempel der in den Fels eingeschlagen wurde, probierte Localfood, man habe ich geweint!, und versuche die freie Zeit irgendwie mehr ausserhalb vom Camp zu verbringen.

 

Das frühe Aufstehen hat sich mit der Zeit gelohnt. Die Wellen sind besser geworden. Man erlebt die wunderschönen Sonnenaufgänge mit einem feuerroten Ball am Horizont. Doch ich bin irgendwie nicht glücklich. Mir fehlt das andere drum herum. Klar es gibt auch unvergessliche Momente die alles andere vergessen geht.

 

Wie, zwei Männern auf dem Roller um ihr Leben kreischen, weil ein Bus mit überhöhter Geschwindigkeit, Horn und Lichthupe auf unsere Strassenseite entgegenkommt. Ich habe mein Leben an mir vorbeiziehen sehen. Und jetzt weiss ich auch warum all diese Busfahrer so rasen. Es ist eigentlich ganz simpel. Sie haben eine bestimmte Route die sie 5mal am Tag befahren. Jede weitere mal die sie diese Route fahren, bekommen sie einen Bonus. Na dann. Viel Spass.

Bei einem Geburtstagfeier von einem kleinen Local. Sehr speziell, der junge schneidet zuerst ein Stück vom Kuchen ab und jeder muss aus seiner Hand abbeissen.

 

Oder was auch unvergesslicher Moment war, ist diese eine Bucht. Ein kleiner (versteckter?) Surfspot umzingelt mit viel Palmen und grünen. Doch leider waren auch hier keine guten Wellen. Somit ist für mich klargeworden, ich verlasse Sri Lanka auf den nächstmöglichen Flugtag zurück nach Bali.

Dienstag 22.11.2016 00:15 Uhr Abflug über Kuala Lumpur nach Bali.

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