Immer wieder gleich und trotzdem viele unvergessliche Momente

Irgendwie habe ich dieses mal gar keine Lust so richtig etwas zu schreiben, darum werde ich mich kurz fassen.

Ich geniesse momentan das Surferleben in vollen Zügen. Keiner sagt mir was ich wann machen muss. Ich stehe auf wenn ich mich fit fühle. Ich gehe essen, wenn ich Hunger habe. Ich gehe schlafen, wenn ich müde bin. Ich esse das, was mir gerade nach ist. Ich tue das, was ich gerade darauf bock habe. Und das schönste daran… keinem Interessiert es. Man bespricht sich mit Kollegen/innen wer was macht und jeder schliesst sich bei jemandem an welch für sich am wohlsten fühlt, oder man zieht alleine los.

Das einzige wann ich auf die Uhr schaue und für mich das A und O ist, ist die Zeit der Wellen. An denen muss, möchte, will, ich mich anpassen. Ansonsten kann es schwer werden die guten Wellen zu reiten.

 

Apropos Welle. Welle = Wetter abhängig. Wetter = macht gerade was es will. Macht gerade was es will = zum Teil keine Welle, zum Teil Monster Wellen.

An den Tagen die keine Welle surfbar ist geniesse ich die Zeit mit den Leuten am Strand oder erkundigt sich noch etwas mehr und wird vertrauter mit der Umgebung, besuche andere Ortschaften oder man bekommt einfach mal besuch aus der Schweiz. Eine alt bekannte Kollegin von der Oberstufe war in Canggu und dachte sich, sie kommt mal vorbei und sagt kurz Hallo. Da es ihr hier so gefallen hat blieb es bei diesem kurzen Hallo nicht und schnell wurde 6 Tage daraus, bevor sie weiter nach Thailand ging. Freude hatte ich auf jeden Fall.

Surfen in Uluwatu

Das ist der Spot der jeder mal surfen möchte. Nichts für schwachen Nerven. Starke Strömungen die deine Kräfte zerren lassen. Der Ein-/Ausgang vom Spot muss gekonnt sein, denn die Kraft ist so unkontrollierbar. Ein falscher Tritt, eine falsche Bewegung und du prallst an den Wänden oder auf einem Felsen. Meter hohe Wände aus Wasser die dich nur in den Untergrund drücken möchten. Eine Meisterleistung muss her um diesen Ort unversehrt zu überstehen.  Und ich habe mich gewagt dies zu tun. An jenen Tag habe ich mich mit 2 Girls entschieden dort zu surfen.

Gegen 11 Uhr komme ich mit den andern auf dem Parkplatz von Singelfin (sehr cooler Location) an. Laufen den Weg hinunter zu einem Warung wo wir unsere Sachen liegen lassen können, checken die Lage und Wellen ab, besprechen den paddelweg zum Line-Up und marschieren danach weiter abwärts. Bei der Höhle angekommen höre ich wie die Wellen an den Felsen donnern. Ich wärme mich auf, konzentriere auf das bevorstehende und versuche das schlimmste zu ignorieren. Ja nicht von der Strömung mitgerissen zu werden. Den dann heisst paddeln ohne Ende.

 

Okee okee okee zugegeben, es hört sich alles schlimmer an als es ist. Ich liebe das Risiko, jedoch bin ich nicht Lebensmüde. Noch nicht. Der heutige Tag waren kleine Wellen vor angesagt. So konnte ich mich langsam an diesem Spot angewöhnen. Nicht so starke Strömungen und gute schulterhohe Wellen, nicht grösser.  Auch beim Peack waren wir gerade mal eine Handvoll Surfer. Gute Bedienungen für den ersten Surftag in Uluwatu also. Klar war das ich mich neu angewöhnen muss. Anderer Spot, andere Wellen.

 

Gute 3 Stunden waren wir im Wasser, als sich der Low-Tide rasant bemerkbar macht. Nach einem Whipeout stand ich nur noch Hüfthoch im Wasser und das über einem Messerscharfen Riff. Schnell entschlossen wir uns zurück ans Land zu gehen bevor wir noch über den ganzen Riff laufen müssen, doch dies war jedoch schon zu spät. Ich hatte Booties an und konnte unversehrt die letzte 20m darüber laufen. Die welche keine anhatten, nunja, viele kleine schnitte in den Füssen war das Resultat.

 

Zurück beim Warung konnten wir es nicht fassen das wir es gemacht haben. Einfach mal Uluwatu zu surfen. Mit einem kühlen Getränk, und mit den Gedanken noch im Wasser, stossen wir auf einem erfolgreichen Moment an.

Hmm warte habe ich nicht gesagt ich habe nicht wirklich Lust zu schreiben? Ach egal. Meine Finger schlagen schneller auf die Tastatur als ich denken kann. Die Wörter sprudeln nur noch aus mir raus.

 

Es vergehen Tagen bis die Wellen mich wieder zulässt dort zu surfen. Viel zu gefährlich für ein Küken wie mich. Jetzt heisst es abwarten und bei anderen Surfspot die skills verbessern.

 

Habe Jean wieder mal in Balangan getroffen, kennengelernt haben wir uns in Medewi im Brown Sugar Camp, immer wieder lustig jemanden im Wasser wiederzusehen. Nach ein paar Gespräch Minuten und weitere Wellen später haben wir uns entschlossen den nächsten Tagen Uluwatu zu widmen.

KW43 - Uluwatu mit unvergesslichen Momenten

 

Montag 24. Oktober: Treffpunkt 6:00 Singelfin PP.

Mit 10-minütiger Verspätung kam ich dort, für meine spanische balinesische Zeit, ziemlich pünktlich an. Doch kein Jean weit und breit. Ich begebe mich zum Aussichtspunkt und checke schon mal die Lage ab und suche mir einen Weg zum Line-Up. Von der wilden Party letzte Nacht liegen noch überall Scherben am Boden. Was hier wohl abgegangen ist? Beim Aussichtspunkt hat ein anderer Surfer den gemütlichsten Affen getroffen. in aller Ruhe sitzt er auf seinem Kopf und beobachtet die Gegend. Leider hatte ich keine Kamera dabei um dies festzuhalten.

 

Gute 15 Minuten sind schon vergangen und Jean ist immer noch nicht aufgetaucht. Ob er schon im Wasser ist und wir uns verpasst haben? Ich gehe zum meinem Motorrad zurück und mache mich Startklar für das Surfen. Ziehe die Flip-Flops aus und… Verdammte scheisse nochmal das gibt es ja nicht. Ich fluche wie ein Weltmeister in allen Sprachen die mir durch den Kopf stossen. Ich bin auf eine Glasscherbe draufgestanden. Viele kleine Scherben die jetzt in meinen Füssen stechen. Höllische Schmerzen jagen mir durch den Fuss… Nach ein paar Wusa’s habe ich mich wieder beruhigt und versuche so viel wie möglich aus meinen Fuss zu entfernen. Bevor mein Fuss den Boden nochmals berührt, ziehe ich schnell die Riff Booties an. Das ist der Unvergesslicher Moment Numero Uno.

 

Im Line-Up angekommen sehe ich Jean wie er schon die Wellen am Reiten ist. Also doch, wir haben uns zeitlich knapp verpasst. Wegen Mückenplage ist er vom Parkplatz geflüchtet.

Trotz nicht ganz einfache Bedienungen und paar wütende Gesichter im Wasser, geniessen wir den Sonnenaufgang und freuen uns über jede gestandene Welle.

 

Dienstag 25. Oktober. Gleiche Zeit, anderer Tag, Treffort im Wasser.

Als aller erstes was ich mache und bevor ich vom Motorrad runter steige. Halte ich ausschau nach den Glasscherben. Nach genauerem untersuchen und 150%-tiger Sicherheit das keine Scherbe in meiner Nähe sind, steige ich vom Motorrad ab und ziehe die Booties an, bevor ich irgendeinen weiteren Schritt mache. Im Wasser angekommen merke ich schnell das die Wellen heute etwas stärker sind. Auch die Strömung. Jedoch noch gut machbar.

Gleich im Line-Up angekommen rollt ein Peak auf mich zu. Halte ausschau auf die anderen Surfer, paddle die Welle an und gleichzeitig mit dem Takeoff gebe einen Laut von mir, «UEP», um die anderen Surfen klar zu machen das die Welle mir gehört. Nach gut 30m schliesst die Welle vor mir und mit einem gekonnten Sprung aus der Welle lande ich unsanft auf das Wasser. Nun ja, es kann ja nicht alles auf einmal klappen. Ein paar Wellen später halte ich ausschau nach meinem Kollegen. Kein Jean weit und breit, dafür sehe ich der Santiago. Ein lustiger Costa-Ricaner und immer für ein Schwätzchen zu haben. Er empfiehlt mir die langen linken zu nehmen. Da hat es weniger Leute und man muss nicht immer den Peak hinterher paddeln. Gesagt, getan. Nach 3 Minuten paddeln komme ich an der Stelle an wo ich erst mal alles beobachten kann.
20m vor mir fangen sie an zu brechen. Schaue die andern zu wie sie das meistern und wage mich kurz entschlossen genauso dies zu tun. Bringe mich in Position, fange an zu paddeln und… meine Güte. Was für eine Power diese Wellen haben. Wie ein Anfänger mit einem Softboard habe ich die Nase meines Brettes ins Wasser gestochen und hatte nicht mal die Chance aufzustehen. Nach noch mehreren missglückten Versuchen sah mich ein Oldie an und gab mir Ratschläge für die nächsten Versuche. Ich glaube ich habe ihm richtig Leid getan.

Auf einmal schreit einer wie ein verrückter durch die Gegend: «Big Set, big Set!!» Alle paddeln um ihr Leben auf den offenen Ozean hinaus. Ich schaue nach links, schaue nach rechts. Alle haben jetzt gerade nur ein Ziel, so weit wie möglich nach aussen zu gehen. Rechtzeitig bevor die Wellen brechen. Sich in Sicherheit zu bringen, bevor die grosse Wand uns alle verschlingt.

Die erste Welle rollt auf uns zu. Gefühlte 3 Meter hoch, wenn nicht noch höher. Die einen gehen oben durch, die anderen mit einem gekonnten Duckdive unter der Welle. Aufhören an paddeln ist jetzt nicht zu denken, denn die nächste Wand steht schon vor uns. Ich merke das ich zu langsam bin um über der Welle zu gehen und versuche mitten in die Welle zu durch zu stechen. Mit viel Glück habe ich es geschafft, doch die Kraft des Wassers hat mich gute 10-15m zurückgezogen. In meinem Kopf läuft nur eins. Paddeln, paddeln, paddeln um nicht noch weiter zurückgezogen zu werden und in der Hoffnung über die nächste Welle zu schaffen. Ich höre schon das dumpfe Geräusch von der brechenden Welle. Blicke auf und sehe wie das Weisswasser auf mich zu rast. Mir bleibt nichts anders übrig als unter zu tauchen. Schmeisse das Brett hinter mir, nehme einen grossen Atemzug und versuche so tief wie möglich zu tauchen.

 

Unter Wasser höre ich diesen schrecklichen Lärm der Welle. Sie fasst mich und ich werde wie eine Pupe im Wasser umher gespült. Ich mache mich so klein wie möglich und versuche ruhig zu bleiben, bis das spuck ein Ende hat. Es vergehen 10, 15 Sekunden als ich mich mal nach der Leash am Bein fasse um mich an die Oberfläche zu ziehen. Als ich das Gefühl hatte frische Luft zu schnuppern, donnert schon die nächste Welle über mich hinweg. Und wieder werde ich umhergeschleudert.

Die Luft in meiner Lunge wird langsam knapp. Ich ziehe an meinem Brett und fühle mich auf einmal total verunsichert. Hä, wie liege ich jetzt gerade im Wasser? Um mich ist alles dunkel, keine Orientierung. Ich tauche zum Surfbrett, doch irgendetwas stimmt da nicht. Es hat so viel Weisswasser, zu viel Luft im Wasser um vorwärts zu kommen. Ich komme nicht voran. Mein Körper dringt nach Luft. Ich versuche ruhig zu bleiben, doch es geht nicht mehr. Ich bin schon gute 30 Sekunden im Wasser und je mehr ich mich bewege, desto mehr Sauerstoff verbrenne ich. Ich muss aus diesem verdammt scheiss raus.

 

Beim Brett angekommen schnalle ich erst, dass mein Brett von der Wassermasse auch hinunter gedrückt worden ist. Na toll, das Brett sollte eigentlich meine Rettung sein und jetzt muss ich das Brett retten? Ich reisse mich zusammen. die Orientierungslosigkeit ist in der Zwischenzeit wieder weg, ich sehe Licht am anderen Ende. Mit 5, 6 kräftigen Zügen rangt meint Kopf aus dem Wasser. Ich war noch nie so froh Sauerstoff um mich zu haben. Mit tiefen Atemzügen versuche ich mich zu beruhigen und stütze mich an meinem Brett. Schaue umher wie die Situation gerade ist. Mein Glück, dass das Set vorbei ist. Ein paar Surfer eilen zu mir her und schauen nach den rechten. «Bro are you okey? You are long away» «Yes Yes, i just only  wanted fishing my breakfast» erschöpft paddle ich zum Line-Up um mich dort zu erholen und realisiere, dass hätte böse enden können. Unvergessliche Numero Dos.

 

Es vergehen gute 15 Minuten, da sage ich zu mir: «Solange ich noch am Leben bin und genug Kraft habe gehe ich jetzt besser aus dem Wasser». Ich nehme eine Welle und steuere direkt zum Strand. Da es bald Low-Tide ist muss ich nicht die Höhle anpeilen und verbrauche so nicht noch unnötige Energie.
Endlich wieder festen Boden unter den Füssen und überglücklich laufen zu können, ziehe ich meine Booties aus, laufe den Strand entlang und wie es sein muss, pralle ich mit einer grossen Wucht auf einen Stein der unter dem Sand versteckt ist. Fazit: Aufgeplatzter Zeh und zurückgedrückter Nagel. Meine Güte, wenn es für fluchen nur einen Wettkampf geben würde. Da würde ich sicher unter den Top 5 sein. Unvergesslich Number Tresch. Zeit nach Hause zu gehen.

 

Ach ja… was Jean betrifft. Er hatte letzte Nacht was Scharfes gegessen und nun sprüht er Magma. Seine Worte!

Nach dem Aufgeschlagenen Zeh wurde ich leider gezwungen ein paar Tage zu Pausieren. Eigentlich trifft es sich ganz gut, den an einem Tag habe ich mit paar Kollegen/innen Ubud besichtigt. Und mit einem Local aus der Region haben wir noch zusätzlich viele wunderschöne Sachen gesehen.

 

Samstag 29.Oktober 2 Stunde vor Sonnenuntergang und weitere unvergessliche Momente.

 

Grosse hohlbrechende Wellen waren die Voraussetzungen von diesem Abend. Also entschloss Sandro und ich die Wellen in Uluwatu aus sicherer Entfernung zu begutachten und den Sonnenuntergang zu geniessen. Als wir in unserem Lieblingswarung angekommen sind, fiel mir auf, dass die Wellen doch kleiner sind als im Forecast angegeben waren. Nach langem hin und her grübeln springe ich auf das Motorrad und fahre zurück nach Hause um mein Brett zu holen.

 

In Uluwatu wieder angekommen, merke ich, dass die Kraft wieder etwas zugenommen hat. Nichts desto trotz werde ich es trotzdem versuchen.

Nach guter 10-minütiger paddelweg im Line-Up angekommen merke ich das die Wellen doch etwas Steiler sind als von aussen aus gesehen. Steil aber nicht hohl, was beim Takeoff um einiges vereinfacht. Die ersten Wellen gehen unter mir durch. Ich muss früher anfangen zu paddeln und mit mehr Power. Als ich endlich eine Welle stehe versuche ich mich so gut wie möglich auf dem Brett zu stehen. Sie haben viel Kraft und kann schnell mal dein Brett ausser Kontrolle bringen.
Die Welle schliesst sich paar Meter vor mir und über die Welle schaffe ich es wohl nicht mehr. So habe ich mich entschlossen durch die Welle zu stechen um bei der Rückwand aufzutauchen, damit ich nicht den ganzen langen weg zurückpaddeln muss. Einfacher gesagt als getan. Als ich mit meinem vollen Speed in die Welle hinein Steche, bekomme ich das Gefühl in eine Wand zu rasen. Mein Kopf im Wasser, die Füsse in der Luft, mein Brett 2 Meter weiter links und mit einer Wucht in einem schönen grossen Bogen schnurstracks in die Tiefe gerissen. Unten am Riff angekommen spüre ich Schläge am Kopf, Knie und Fuss. 10 Sekunden vergehen und ich komme aus der misslichen Lage wieder raus. Denke mir nichts Grosses und begebe mich zum Line-Up zurück. Mit der Zeit spüre ich wie der schmerz immer grösser wird. Ich fasse mich am Kopf und taste nach offenen Stellen ab. Ich glaube das gibt eine verdammt grosse Beule. Am Fuss sehe ich nichts. Riff Bootie sei Dank. Schaue mein Knie an. Schreck!! Was ist das?! Ich sehe nur einen Blutüberströmten Fleck. Ich versuche es mit dem Salzwasser abzuwischen, aber es möchte nicht aufhören zu Bluten und der schmerz lässt auch nicht nach.
Der Santiago meinte, habe ihn übrigens wieder im Wasser getroffen, jetzt hast du ein gratis Tattoo von Uluwatu und grinst. Na schön danke dir auch, nötig habe ich das nicht.

 

Es vergehen Minuten und keine Welle kann ich so richtig anpacken. Hie und da mal wieder eine kleinere. Und auf einmal wurde es still um mich. Blicke zum Himmel hoch. Ich habe schon viele Sonnenuntergänge gesehen und bin auch schon viele Male in den Sonnenuntergang gesurft. Aber das hier. WOW! Der Ozean war spiegelglatt, knall roter Himmel und ich mittendrin. Diese halbe Minute sind alle Augen in den Horizont gerichtet. Keiner ist am Surfen. Ich habe Uluwatu noch nie so ruhig erlebt.

Als die Sonne den Horizont verlies wird es sehr schnell dunkel und auch die Surfer verschwinden mit der Zeit. Doch die Wellen werden grösser. Ich bekam einen ziemlichen Respekt von den Wellen und überlegte mir, wie ich da am heilsten rauskomme. Entweder, ich versuche eine Welle zu nehmen und gehe dann mit dem Weisswasser mit, was das Risiko darstellt das ich eine ungemütliche Waschmaschine komme, oder ich paddle nach einer Welle so weit nach vorne, dass sie hinter mir bricht und mit der Kraft vom Weisswasser mich in die Höhle katapultiert. Problem, wenn ich nicht genug weit vor der Welle bin, bricht sie genau über mir und das könnte sehr schmerzhaft enden.

 

Ich entscheide mich für das Zweite und schmiede mir einen halb durchtaten Plan. So weit wie möglich nach rechts gehen, auf die Set Pause warten, wie ein verlorenes Huhn Richtung Strand paddeln und mit dem Weisswasser in die Höhle hinein. Klingt doch ziemlich gut.

 

Bis zum dritten Punkt lief alles reibungslos. Doch als das Weisswasser hinter mir bricht, habe ich nicht mit dieser Wassermasse gerechnet. Ich klammere mich so gut wie ich nur kann um das Brett, doch es schiesst wie ein Pfeil unter mir durch und gerate in die Strömung. Genau das wollte ich nicht. Nächste Weisswasserwalze und wieder das gleiche. Ich kann das Brett nicht halten. Zu Stark. Meine letzte Chance, sonst darf ich die ganze runde nochmal von vorne beginnen. Weisswasser kommt, ich paddle mit, halte mich mit den Händen am Brett fest als gebe es kein Morgen mehr und 15m vor der Höhle hört es auf. Das gibt es ja nicht. Das ganze Wasser was in der Höhle angesammelt hat von den letzten Wellen, kommt genau in diesen Moment alles raus. Ich paddle und paddle und komme kein Stück näher an der Höhle, sondern fange an abzuweichen. Die die schon mal versucht haben einen Fluss aufwärts zu schwimmen, wissen was ich gerade durchmache. Wenn ich jetzt nachlasse bin ich weg vom Fenster und darf mich auf eine nicht ganz einfachen 20-minütgen Weg freuen. Meine Muskeln lassen langsam nach, die Puste ist draus. Ich beisse auf die Zähne und konzentriere mich. Ein Paddelzug nach dem andern. Linker Arm, rechter Arm, linker Arm, rechter Arm und warte auf den günstigsten Moment. Ich bete, dass es ein gutes Ende für mich hat. Den Links von mir ist der Fels verdammt nahe und ich habe keine Freude und Lust ihn auch noch kennen lernen zu müssen. 

Die Strömung lässt nach. Ich packe meine letzten Kräfte zusammen und paddle wie ein Weltmeister um die Goldmedaille. Phu geschafft. Ich nehme mein Brett unter die Arme und sprinte in die Höhle hinein. Denn hinter mir tobte das Wasser wild umher und spülte die Höhle wieder komplett durch.

Oben angekommen wartet Sandro schon auf mich und amüsierte sich über meine Manöver. Mit einem Blutenden Knie und erschöpften Muskeln fahre ich zurück in das Homestay und entspanne mich im Pool. Es war ein sehr lehrreicher Abend das ich nicht mehr so schnell vergessen werde.

 

Hiermit verabschiede ich mich vorerst von Indonesien und blicke auf eine 2-Monatige Abenteuer lustige Zeit zurück. In ein paar Stunden geht es für mich weiter nach Sri Lanka. Andere Länder, andere Sitten. Was da auf mich alles zu kommen wird?

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Kommentare: 1
  • #1

    Stella (Samstag, 05 November 2016 23:14)

    Woow. Super gschriba!! Und nomol woow. Do hesch ainigi nervestrapazierendi moment kha!