Meine erste Woche in Bali

Schon vieles erlebt, noch viel am Verarbeiten. Angefangen bei der Ankunft in Denpasar, über die ersten Wellen in Padang-Padang Beach, bis zur Verfolgungsjagd von der Polizei.

 

Angekommen in der Ankunftshalle vom Flughafen Denpasar ging es schon los. Menschenmasse von Fahrern. Überall Taxi-, Uber-, Car-, Camp- und sonst noch irgendwelche Fahrer. Da soll ich den Überblick behalten und mein Fahrer finden? Langsam laufe ich an den Fahrern vorbei und jedes Mal höre ich den gleichen Satz: «Taxi? Guud Prais for yu» «Yu niid a Taxi?»
Unter den Menschenmasse sehe ich ganz am Schluss bei der Absperrung ein kleiner Balinese mit der Aufschrift «Kamafari Surfcamp». Endlich, mein Fahrer. Aufladen und abfahren. Leider vergass ich das wir hier in Indonesien sind und alles viiiiiiel langsamer geht als in der Schweiz. Auf dem Weg zum Auto wurde ich weitere 10-mal nach einem Taxi gefragt obwohl mein Fahrer neben mir läuft oder eher hinter mir. Kleine laaaaangsame schritte und ja kein Stress. Mein Arm, vom Gewicht vom Koffer, schon am Boden schleifend. Doch der Balineser läuft in aller Ruhe weiter. Zwischendurch habe ich ihn mal verloren, weil er einen Kollegen nur kurz Hallo sagen wollte. Naja was solls… chillen wir mal eine Runde.

 

Nach einer 30-Minütiger fahrt, das nicht ganz ohne war; vier Autos auf einer zwei Spurigen Strasse, links und rechts wird gehupt, Überholmanöver die man lieber die Augen zu lässt und ein Fahrer der gerne in die andere Strassenseite fuhr, kam ich heil am Camp und bei einem 20 Stündigen Flugreise und solcher fahrt möchte ich nur noch eins: Schlafen!

 

Die Wellen hier sind anders als die ich bis jetzt in Spanien kennen gelernt habe. Steiler, Schneller und vor allem Kräftiger. Der Surfspot Baby-Padang beim Padang-Padang Beach; ein wunderschöner Ort mit schmalen Treppen. Mein erster Surftag hier war alles andere als Lustig. Keine einzige Welle gestanden. Mehr unterm Wasser als auf dem Brett. Déjà-vu! Mache ich was Falsches? Nicht das richtige Brett genommen? Warte ich am falschen Ort? Timing? Und nicht zu vergessen. Im Untergrund lauern Riffe die auf dich warten um dich aufzuschneiden. Zweimal bin ich schon auf den Riff angeschlagen. Zum Glück bin ich bis jetzt ziemlich verschont geblieben.
Gute weitere 4 Tage kämpfe ich mit den Wellen. Auch bei einem anderem Surfspot (Dreamland) klappt es nicht. Hoffe der Knopf löst sich gleich auf. Langsam frustriere ich an mir selbst…

 

Zu den Stränden und Spots Padang-Padang und Dreamland werde ich zu einem Späteren Zeitpunkt noch ausführlicher darüber Schreiben.

 

 

Hier ist ja irgendwie bekannt das die Polizei sehr gerne Schmiergelder entgegennehmen. So ist das auch mir diese Woche passiert oder zumindest fast. Bei der Suche nach einer gutem Surfshop fuhr ich auch an der Strasse Jalan Uluwatu – Pecatu entlang. Kurz vor der Polizeistation sah ich wie ein Uniformierter Mann auf die Strasse läuft und mir die Hand entgegenstreckt. Aus Reflex weiche ich einfach aus und fahre weiter. Ich möchte ja nicht einfach so etwas Zahlen. Was ich nicht gesehen habe. Hinter den Autos war ein Motorrad. Startklar. Als hätte er es geahnt das ich einfach durchfahren werde. Und tatsächlich. Er fährt mir nach und das nicht gerade langsam. Verdammt er Jagt mich! Ich gebe Gas und versuche ihn zu entwischen. Links sehe ich eine riesen Hotelresort. Ist das meine Rettung? Mir bleibt nichts anders übrig als auszuprobieren. Ohne zu schauen was auf der Strasse gerade passierte biege ich ab und fahre bei den Sicherheitsleuten vom Resort vorbei. Nach 100m einen kurzen Sicherheitsblick nach hinten. Er ist weg kein Verfolger mehr. Jetzt habe ich Zeit um mich zu erholen und zu verarbeiten was gerade passiert ist. Was habe ich gerade angestellt?! Bekomme ich später noch mehr ärger? Den für meinen Rückweg muss ich nochmals an der gleichen Stelle vorbei Fahren.
Auf dem Nachhause Weg sehe ich wieder die Polizeistation. Meine Hände bereit für die flinken Manöver. Und da ist er! Der gleiche Motorradfahrer. Fuck! Ich komme näher und werde immer nervöser. Was passiert, wenn sie mich kriegen? Bekomme ich eine harte Straffe? Nehmen sie mein ganzes Hab und Gut? Noch 50m, 30m, 10, 5, 2…

 

... doch es passiert nichts. Keine Reaktion. Kein Polizist auf der Strasse. Als hätten sie kein Bock mehr. Mit einem riesen Lachen im Gesicht fahre ich ins Camp zurück und erzähle allen mit einem kühlen Bintang meine schlimmsten und gleichzeitig abenteuerlichsten 5 Minuten vom Tag.

 

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